Jun 7

Fler und B-Tight rechnen mit Aggro ab

Posted by Rami in Allgemein, News

Die Schließung des selbsternannten “Label Nr.1″ ist schon eine Weile her, dennoch ist das Berliner Label noch nicht zu den Akten gelegt worden. Kürzlich äußerten sich Fler und B-tight in einem Bravo Interview über ihr ehemaliges Label und sparten dabei nicht an harten Worten.

Fler:

“Ganz ehrlich? Ich wollte schon 2006 nach meinem ersten Album Neue Deutsche
Welle weg von Aggro, Weil ich damals schon gesehen hab: Ich bin ein Künstler, der
80.000 Alben verkauft und beim Label macht trotzdem keiner was für mich. Für mein
zweites Album Trendsetter musste ich richtig kämpfen, ich hab das Album quasi fast
erwzingen müssen. Ich hab damals gesagt: Wenn jetzt kein neues Album rauskommt,
bin ich weg. Vorher hatte ich schon ein Dreivierteljahr auf ein Signal von den Bossen
gewartet. Als nix kam, hab ich dann gesagt: Ich bring das selber raus. Plötzlich haben
sie eingelenkt, Trendsetter erschien und verkaufte 60.000. Das war denen aber nicht
genug, obwohl das ein Riesenerfolg war! Das muss man sich mal vorstellen: Die
bekamen um die 6 Euro pro verkaufter CD, das heißt, die haben fast eine halbe
Millionen Euro mit mir gemacht, wollten aber kein weiteres Album rausbringen…

Nach Trendsetter ist nichts mehr passiert. Die Zusammenarbeit zwischen mir und
Aggro war bei null. Bei Fremd im eigenen Land haben die gar nix getan. Nur am Video
zu Warum bist du so? hat Specter mitgearbeitet. Sonst hat sich niemand um
irgendetwas gekümmert. Auch bei Kitty Kat null Engagement - weil sich viele wundern,
dass sie nie ein Album rausgebracht hat, obwohl sie schon seit 2006 bei Aggro unter
Vertrag war. Das lag daran, dass keiner in der Lage war, sich mal mit Kat
hinzusetzten. Traurig…”

B-Tight:

“In erster Linie fing es mit dem Universal-Deal an, den die Label-Chefs Ende 2007
für Aggro abgeschlossen haben. Wo ich schon dachte: Nanu? Die haben ja gar nicht
mit uns darüber geredet. Als Künstler würde man bei so was aber schon gern auch mal
nach seiner Meinung gefragt werden. Ich war einfach nicht ganz zufrieden mit dieser
neuen Situation. Ich bin aber auch ein sehr loyaler Mensch und bevor ich schlecht
über jemanden rede oder getrennte Wege gehe, muss schon viel passieren. Ich stehe
so lange zu meiner Gang, bis nix mehr geht. Es waren aber dann mehr menschliche
Sachen, die am Ende den Ausschlag für meine Trennung gegeben haben. Zwei oder
drei Wochen vor der Schließung war ich bei den Chefs und hab gesagt, ich will gehen,
lasst mich raus aus den Verträgen. Die waren einverstanden und der
Aufhebungsvertrag war auch schnell fertig. Bekannt geben wollte ich das aber erst zu
meinem neuen Album Fleisch und Blut, das im Herbst bei Sektenmuzik erscheinen soll.
Aber jetzt haben die ja aus der Schließung so ein Riesenthema gemacht, da musste
ich einfach noch was dazu sagen. [...] Das war auch das größte
Problem bei Aggro; Die Chefs haben nicht mit ihren Künstlern kommuniziert. Ich
wusste nie, woran ich bin. Außer, wenn ich Sachen anders rausgekriegt habe und sie
darauf angesprochen habe. Aber ihre Schließung haben sie mir wohl nicht mehr
mitgeteilt, weil ich eh schon weg war…”

Obwohl es im Hause Aggro immer sehr harmonisch nach Aussen hin aussah, schien es doch mehr Unstimmigkeiten zu geben, als man vielleicht erwartet hätte, das wusste bereits Bushido zu berichten.
Ob diese Aussagen der Realität entsprechen, wird sich wohl erst zeigen wenn Sido und die anderen Aggro-Künstler sich ebenfalls dazu äußern.